Wann mit Wehen ins Krankenhaus? So misst du richtig
Wie du Wehen richtig misst, was die oft gelehrte 5-1-1-Regel bedeutet und wann du sofort in die Geburtsklinik fährst, egal welche Abstände du hast.
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Du fährst los, wenn deine Wehen regelmäßig, kräftig und länger werden, und wenn du die Zahlen erreichst, die deine Hebamme oder deine Ärztin dir genannt hat. Häufig gelehrt wird 5-1-1: alle fünf Minuten eine Wehe, jeweils etwa eine Minute lang, über mindestens eine Stunde. Bei Blutung, Blasensprung oder weniger Kindsbewegungen fährst du sofort, egal welche Abstände du hast.
Wehen messen: Abstand und Dauer
Zwei Zahlen zählen, und sie werden oft verwechselt.
- Abstand: vom Beginn einer Wehe bis zum Beginn der nächsten. Nicht vom Ende bis zum Anfang.
- Dauer: vom Beginn bis zum Ende derselben Wehe.
Notiere zu jeder Wehe die Startzeit, die Dauer und wie stark sie war. Eine Stunde Messung sagt etwas, drei Wehen sagen nichts. Und miss nicht die ganze Nacht durch: wenn die Wehen noch weit auseinander und mild sind, ist Schlaf wertvoller als ein Protokoll.
Was das Muster dir verrät
| Zeichen | Frühphase | Es geht los |
|---|---|---|
| Abstände | unregelmäßig, 10 bis 30 Minuten | regelmäßig und kürzer werdend |
| Dauer | kurz, wechselnd | länger, oft um eine Minute |
| Stärke | nimmt kaum zu | nimmt deutlich zu |
| Bei Bewegung | lassen oft nach | bleiben, egal was du tust |
| Reden möglich | ja | während der Wehe kaum |
Der NHS beschreibt als Anzeichen des Geburtsbeginns unter anderem regelmäßige, stärker werdende Wehen, das Abgehen des Schleimpfropfs, Rückenschmerzen und den Blasensprung. Der Schleimpfropf allein bedeutet noch nicht, dass die Geburt heute beginnt.
Welche Wehen es gibt
Nicht jede Verhärtung ist eine Geburtswehe, und das Wort “Wehe” steht im Alltag für drei verschiedene Dinge.
- Übungswehen (Braxton-Hicks) können ab der Mitte der Schwangerschaft auftreten. Sie sind meist unregelmäßig, nicht stärker werdend und lassen oft nach, wenn du die Position wechselst oder dich hinlegst.
- Senkwehen in den letzten Wochen schieben dein Baby tiefer ins Becken. Viele merken danach, dass die Atmung leichter geht und der Druck nach unten zunimmt.
- Geburtswehen kommen regelmäßig, werden dichter, länger und kräftiger und hören nicht auf, egal was du tust.
Der Unterschied zeigt sich nicht an einer einzelnen Wehe, sondern am Verlauf über eine Stunde. Genau deshalb ist das Mitschreiben mehr als Beschäftigung: es macht aus einem Gefühl eine Information, die jemand am Telefon beurteilen kann.
Die 5-1-1-Regel, und warum sie nur ein Anhaltspunkt ist
5-1-1 heißt: Wehen alle fünf Minuten, jeweils rund eine Minute lang, mindestens eine Stunde durchgehend so. Viele Teams nennen das als Faustregel, weil es sich gut merken lässt.
Dein Team kann dir bewusst andere Zahlen sagen, und dann gelten die. Typische Gründe:
- der Weg in deine Geburtsklinik ist lang
- es ist nicht deine erste Geburt, dann geht es oft schneller
- du erwartest mehr als ein Baby
- in deiner Schwangerschaft wird etwas beobachtet
- bei einer vorherigen Geburt gab es Besonderheiten
Frag deshalb bei einem der letzten Vorsorgetermine konkret: “Bei welchen Abständen soll ich anrufen, und bei welchen losfahren?” Schreib die Antwort auf und häng sie sichtbar auf.
Wann du sofort fährst, egal wie die Abstände sind
Bei diesen Zeichen ist das Wehenmuster irrelevant. Ruf an oder fahr direkt los, Tag und Nacht:
- Blutung aus der Scheide
- Flüssigkeit, die abgeht, besonders wenn sie grünlich, braun oder blutig ist
- deutlich weniger oder veränderte Kindsbewegungen
- starke Kopfschmerzen, Sehstörungen oder plötzliche Schwellungen im Gesicht und an den Händen
- Fieber
- starke Schmerzen, die zwischen den Wehen nicht nachlassen
- Wehen vor der 37. Woche
- du fühlst dich nicht sicher, auch ohne konkretes Zeichen
Das letzte ist kein Trostpflaster, sondern ernst gemeint. Deine Einschätzung gehört zur Information.
Was beim Anruf gebraucht wird
Halte diese Angaben bereit, dann geht das Gespräch schnell:
- In welcher SSW du bist.
- Seit wann du Wehen hast.
- Abstand und Dauer der letzten fünf bis zehn Wehen.
- Ob Flüssigkeit abgegangen ist, wann, und welche Farbe sie hatte.
- Ob du eine Blutung hast.
- Ob du dein Baby heute so bewegt gespürt hast wie üblich.
- Wie weit du fahren musst und wie du fährst.
Die Frühphase zu Hause
Wenn du noch nicht losfahren sollst, ist das die Zeit, in der du dir am meisten hilfst: essen, was dir bekommt, viel trinken, warm duschen, schlafen, wenn du kannst, aufstehen und herumgehen, wenn du nicht kannst. Bewegung und Wärme machen die Frühphase für viele erträglicher. Deine Tasche stellst du an die Tür, die Nummern liegen bereit, und dein Fahrweg steht fest.
Vermeide es, jede einzelne Wehe zu stoppen. Messe stattdessen zwei- bis dreimal eine halbe Stunde, mit Pausen dazwischen. Das reicht völlig, um zu erkennen, ob es dichter wird, und kostet dich nicht die Kraft, die du später brauchst.
Wie PreBaby dabei hilft
PreBaby hat einen Wehen-Timer: du tippst beim Beginn und beim Ende, und die App rechnet Abstand, Dauer und den Verlauf über die Zeit mit. Damit siehst du auf einem Blick, ob die Abstände wirklich kürzer werden, und du kannst am Telefon die letzten Wehen mit Uhrzeit vorlesen statt aus dem Kopf zu schätzen. Die Liste für die Kliniktasche und die Geburtswünsche liegen in derselben App. PreBaby funktioniert offline, was beim Messen im Auto oder im Aufzug nützlich ist.
Quellen
- NHS, Signs that labour has begun: https://www.nhs.uk/pregnancy/labour-and-birth/signs-of-labour/signs-that-labour-has-begun/
- NHS, Pregnancy: https://www.nhs.uk/pregnancy/
- ACOG, Women’s health FAQs: https://www.acog.org/womens-health/faqs
Dieser Text ist allgemeine Information und keine medizinische Beratung. Alles, was dich beunruhigt, ist ein Grund, deine Hebamme oder deine Ärztin zu kontaktieren.
Fragen und Antworten
Wie messe ich Wehen richtig?
Gemessen wird von Anfang einer Wehe bis Anfang der nächsten, nicht vom Ende bis zum Anfang. Diese Zeit ist der Abstand. Die Dauer ist die Zeit vom Beginn bis zum Ende derselben Wehe. Notiere für jede Wehe Startzeit, Dauer und wie stark sie war, zum Beispiel auf einer Skala von eins bis fünf. Miss über einen Zeitraum von mindestens einer Stunde, denn einzelne Wehen sagen nichts über ein Muster. Entscheidend ist, ob die Abstände kürzer und die Wehen dabei länger und kräftiger werden. Eine App oder ein Blatt Papier mit Uhrzeiten leisten dasselbe.
Was bedeutet die 5-1-1-Regel?
Sie ist eine häufig gelehrte Merkhilfe: Wehen kommen etwa alle fünf Minuten, dauern jeweils rund eine Minute, und dieses Muster hält mindestens eine Stunde an. In vielen Geburtskliniken wird das als Anhaltspunkt genannt, wann man sich auf den Weg macht. Es ist aber keine Regel, die für alle gilt. Deine Hebamme oder deine Ärztin kann dir bewusst andere Zahlen nennen, zum Beispiel wenn du weit fahren musst, wenn es nicht deine erste Geburt ist, wenn du Zwillinge erwartest oder wenn in deiner Schwangerschaft etwas beobachtet wird. Die Angabe deines eigenen Teams gilt immer vor jeder Merkhilfe.
Wann fahre ich sofort los, unabhängig von den Abständen?
Sofort losfahren oder anrufen solltest du bei einer Blutung, bei abgehender Flüssigkeit, besonders wenn sie grünlich, braun oder blutig ist, bei deutlich weniger oder veränderten Kindsbewegungen, bei starken Kopfschmerzen mit Sehstörungen oder plötzlichen Schwellungen im Gesicht und an den Händen, bei Fieber, bei anhaltenden starken Schmerzen zwischen den Wehen und wenn die Geburt vor der 37. Woche beginnt. Dasselbe gilt, wenn du dich einfach nicht sicher fühlst. In diesen Fällen zählt kein Wehenmuster, sondern nur, dass jemand dich anschaut. Der NHS nennt Blutung und Blasensprung ausdrücklich als Gründe, das Team direkt zu kontaktieren.
Was passiert, wenn ich zu früh in die Klinik komme?
Man untersucht dich, hört die Herztöne deines Babys und schaut, wie weit der Geburtsvorgang ist. Wenn die Geburt noch nicht richtig begonnen hat, wirst du oft nach Hause geschickt, mit der Empfehlung, wann du wiederkommen sollst. Das ist kein Fehlalarm und kein Grund für ein schlechtes Gewissen: es ist normal und passiert häufig, besonders bei der ersten Geburt. Zu Hause ist die Frühphase für viele angenehmer, weil man sich bewegen, essen, duschen und schlafen kann. Nimm die Tasche trotzdem beim ersten Mal mit, damit du bei einer zweiten Fahrt nichts mehr suchen musst.
Quellen
Das sind allgemeine Informationen, keine medizinische Beratung. Sie diagnostizieren und behandeln nicht und ersetzen deine Hebamme oder deine Ärztin nicht. Alles, was dich beunruhigt, ist ein Grund, sie zu fragen.