Braxton-Hicks oder echte Wehen? Der Unterschied

Übungswehen oder Geburtswehen: an Regelmäßigkeit, Stärke und daran, ob sie bei Bewegung nachlassen, kannst du beides unterscheiden. Plus die Zeichen für sofort.

Redaktioneller Entwurf: noch nicht von einer Fachperson geprüft.

Übungswehen (Braxton-Hicks) sind unregelmäßig, steigern sich nicht und lassen meist nach, wenn du die Position wechselst, trinkst oder duschst. Geburtswehen kommen in kürzeren Abständen, dauern länger, werden kräftiger und hören nicht auf, egal was du tust. Entscheidend ist also nicht eine einzelne Wehe, sondern der Verlauf über etwa eine Stunde.

Was Braxton-Hicks überhaupt sind

Die Gebärmutter ist ein Muskel, und sie zieht sich auch dann zusammen, wenn keine Geburt beginnt. Die Mayo Clinic beschreibt Braxton-Hicks-Kontraktionen als unregelmäßiges, häufig schmerzloses Festwerden des Bauches, das ab der Mitte der Schwangerschaft auftreten kann und gegen Ende bei vielen häufiger wird.

Typische Auslöser sind Anstrengung, ein langer Tag auf den Beinen, zu wenig Trinken, eine voll gefüllte Blase, Sex oder eine Position, in der du lange verharrt hast. Der Bauch wird für Sekunden bis wenige Minuten hart, dann ist es vorbei. In den letzten Wochen sprechen viele auch von Senkwehen, wenn der Druck nach unten zunimmt und das Atmen leichter wird.

Die Unterschiede auf einen Blick

MerkmalÜbungswehenGeburtswehen
Abständeunregelmäßig, ohne Taktregelmäßig und kürzer werdend
DauerSekunden bis etwa zwei Minutenlänger, oft um eine Minute
Stärke im Verlaufbleibt gleich oder lässt nachnimmt deutlich zu
Bei Positionswechsellassen häufig nachbleiben unverändert
Ortmeist vorne am Bauchoft auch Rücken, Druck nach unten
Reden möglichjawährend der Wehe kaum
Andere ZeichenkeineSchleimpfropf, Blasensprung, Rückenschmerzen

Der Ein-Stunden-Test

Wenn du unsicher bist, mach aus dem Gefühl Zahlen. Nimm ein Blatt oder eine App und schreibe eine Stunde lang mit:

  1. Startzeit jeder Wehe.
  2. Dauer bis zum Ende derselben Wehe.
  3. Stärke auf einer Skala von eins bis fünf.

Der Abstand wird immer von Beginn zu Beginn gemessen. Danach schaust du auf drei Fragen: Werden die Abstände kürzer? Werden die Wehen länger? Werden sie stärker? Drei Mal ja spricht für den Geburtsbeginn. Ein zufälliges Muster, das nach dem Hinlegen verschwindet, spricht für Übungswehen.

Trink vorher ein Glas Wasser und leg dich seitlich hin. Wenn die Wehen danach seltener werden, hast du deine Antwort bekommen, ohne jemanden zu wecken.

Woran du den Geburtsbeginn zusätzlich erkennst

Der NHS nennt als Anzeichen, dass die Geburt begonnen hat, unter anderem regelmäßige und stärker werdende Wehen, das Abgehen des Schleimpfropfs, Rückenschmerzen, ein Gefühl von Druck nach unten und den Blasensprung. Dabei gilt: der Schleimpfropf kann Tage vor der Geburt abgehen und bedeutet allein noch nicht viel. Ein Blasensprung dagegen ist immer ein Grund, dein Team zu informieren, auch wenn du noch keine Wehen hast.

Wann du nicht abwartest

Diese Zeichen sind kein Fall für den Ein-Stunden-Test. Ruf sofort an, Tag oder Nacht:

Und bei allem, wo du dir selbst nicht sicher bist. Niemand erwartet von dir eine Diagnose am Küchentisch.

Was gegen unangenehme Übungswehen hilft

Das sind Maßnahmen für den Komfort, keine Behandlung. Wenn sie nichts ändern und die Wehen sich steigern, ist das genau die Information, die du am Telefon weitergibst.

Was Übungswehen nicht bedeuten

Drei Dinge, die immer wieder erzählt werden und so nicht stimmen. Erstens: viele Übungswehen heißen nicht, dass die Geburt bald losgeht. Sie können wochenlang kommen und wieder verschwinden. Zweitens: keine Übungswehen zu spüren ist kein schlechtes Zeichen und macht die Geburt nicht schwieriger. Manche Menschen merken sie einfach nicht, besonders wenn die Plazenta vorne liegt. Drittens: Übungswehen sind keine Trainingseinheit, die du absolvieren musst. Es gibt nichts, das du dabei richtig oder falsch machen kannst.

Was dagegen stimmt: sie sind eine gute Gelegenheit, deine Atmung und deine Lieblingspositionen auszuprobieren, solange nichts davon abhängt.

Wenn du nachts wach liegst

Die meisten Fehlalarme passieren zwischen 23 Uhr und 4 Uhr, weil du dann endlich liegst und spürst, was den ganzen Tag untergegangen ist. Bevor du das Haus aufweckst: trink ein Glas Wasser, geh auf die Toilette, leg dich auf die Seite und schau eine halbe Stunde auf die Uhr. Verschwinden die Wehen dabei, versuch weiterzuschlafen. Werden sie dichter und kräftiger, mach weiter mit dem Protokoll und ruf an, wenn du die Zahlen erreichst, die dein Team dir genannt hat. Und bei Blutung, abgehender Flüssigkeit oder weniger Bewegungen wartest du keine halbe Stunde, sondern rufst gleich an.

Wie PreBaby dabei hilft

Der Wehen-Timer in PreBaby macht genau den Ein-Stunden-Test einfach: du tippst bei Beginn und Ende, und die App führt Abstand, Dauer und den Verlauf mit. Weil die Einträge mit Uhrzeit gespeichert bleiben, siehst du hinterher, ob es an diesem Abend dichter wurde oder ob es sich nach dem Hinlegen aufgelöst hat, und du kannst die letzten Wehen beim Anruf ablesen. PreBaby arbeitet offline, damit auch ein schlechtes Netz nichts daran ändert.

Quellen

Dieser Text ist allgemeine Information und keine medizinische Beratung. Alles, was dich beunruhigt, ist ein Grund, deine Hebamme oder deine Ärztin zu kontaktieren.

Fragen und Antworten

Wie fühlen sich Braxton-Hicks an?

Die Mayo Clinic beschreibt Braxton-Hicks-Kontraktionen als unregelmäßiges, meist nicht schmerzhaftes Zusammenziehen der Gebärmutter, das sich wie ein Festwerden oder Straffziehen des Bauches anfühlt. Viele spüren sie am Abend, nach körperlicher Anstrengung, nach Sex oder wenn sie zu wenig getrunken haben. Sie dauern oft nur wenige Sekunden bis zu etwa zwei Minuten, kommen in keinem erkennbaren Takt und werden über die Zeit nicht stärker. Typisch ist auch, dass sie nachlassen, wenn du die Position wechselst, dich hinlegst, etwas trinkst oder warm duschst. Unangenehm können sie trotzdem sein, besonders in den letzten Wochen.

Wie unterscheide ich Übungswehen von Geburtswehen?

Der Unterschied liegt im Verlauf über eine Stunde, nicht in einer einzelnen Wehe. Geburtswehen kommen in immer kürzeren Abständen, dauern länger und werden deutlich kräftiger, und sie hören nicht auf, wenn du dich hinlegst, herumgehst oder duschst. Oft kommen Rückenschmerzen, Druck nach unten und das Abgehen des Schleimpfropfs dazu. Übungswehen bleiben unregelmäßig, steigern sich nicht und lassen bei Positionswechsel meist nach. Ein praktischer Test: schreibe eine Stunde lang Startzeit und Dauer jeder Wehe mit. Wenn die Abstände in dieser Stunde sichtbar kürzer werden, ist das ein anderes Bild als eine zufällige Verteilung.

Ab welcher Woche treten Übungswehen auf?

Sie können ab der Mitte der Schwangerschaft vorkommen, und in den letzten Wochen nehmen sie bei vielen zu. Manche Menschen spüren sie über Monate hinweg deutlich, andere praktisch nie, und beides ist unauffällig. Ein Fehlen von Übungswehen bedeutet nicht, dass die Geburt schwieriger wird oder dass etwas nicht stimmt. Wichtig ist eine Grenze: Wehen vor der 37. Woche, die regelmäßig kommen und stärker werden, gehören abgeklärt, nicht beobachtet. Ruf in diesem Fall deine Hebamme oder deine Ärztin an, auch wenn du dir nicht sicher bist, ob es Übungswehen sein könnten.

Was hilft gegen unangenehme Übungswehen?

Weil Übungswehen häufig auf Anstrengung, Flüssigkeitsmangel oder eine ungünstige Position reagieren, helfen genau diese Dinge in die andere Richtung: etwas trinken, die Position wechseln, sich seitlich hinlegen, warm duschen oder baden, langsam atmen und für eine Weile aufhören mit dem, was du gerade tust. Wenn sie regelmäßig abends kommen, plane den Abend ruhiger. Was nicht hilft, ist Durchhalten und Ignorieren, denn dann fehlt dir die Information, ob sie nachlassen. Wenn sie schmerzhaft bleiben, sich steigern oder mit Blutung, abgehender Flüssigkeit oder weniger Kindsbewegungen zusammenkommen, ist das kein Fall für Hausmittel, sondern für einen Anruf.

Quellen

Das sind allgemeine Informationen, keine medizinische Beratung. Sie diagnostizieren und behandeln nicht und ersetzen deine Hebamme oder deine Ärztin nicht. Alles, was dich beunruhigt, ist ein Grund, sie zu fragen.